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Playoff-Schreck Penguins oder die Aufholjagd der Saison

 

31.03.2025, Rifferswil

 

 

 

 

 

Pünktlich 7 (oder 8?) Stunden nach der Zeitumstellung trafen sich die Baarer Mannen vollmotiviert in der Garderobe 1 der Bossardarena in Zug. Nach einem torreichen Halbfinal gegen die Black Stars Luzern hiess nun der Finalgegner HC Penguins Sursee. Diese Saison war die Bilanz ausgeglichen: Baar bezwang die Penguins in Sursee im November und musste zuhause im September eine Niederlage hinnehmen. Einen klaren Favoriten wurde vor dem Spiel durch die Wettbüros nicht genannt, auch wenn Sursee als Qualisieger in die Playoffs gestartet hatte. Ein spezieller Tag sollte es auch für Baar Captain Loretz werden, der am heutigen Sonntag sein vorerst letztes Spiel im Trikot der Baarer absolvierte und deshalb für einmal seine El Tony Mate, Bananen und Isostar mit dem gesamten Team teilte.

 

 

 

Energie war dann auch notwendig, denn die Partie startete mit hohem Tempo und der Baarer Schlussmann Kieliger sah sich mit einigen Abschlüssen konfrontiert, welche abwechslungsweise er selbst und sein bester Freund der Torpfosten abwehren konnte. Beide Teams agierten jedoch beherzt und so war es schnell klar, dass es in dieser Partie nichts umsonst geben wird. Baar fand allerdings weniger gut ins Spiel und so kam es wenig überraschend in der 18. Minute zum 1. Treffer für Sursee durch Schumacher.

 

 

 

In der ersten Drittelspause wirkten die Baarer etwas konsterniert, zumal die Gegner der letzten Spiele doch deutlich weniger stark spielten. Mit peitschenden Worten sollte sich die Nervosität im zweiten Drittel auflösen und das Selbstvertrauen zurückkommen, so das Ziel von Coach Voneschen. Dem Coach gut zugehört hatten wohl Muller und Rüegg: letzterer lancierte Muller mit einem perfekten Pass im Slot und dieser gab dem Penguins Torwart den alten «how do you do» und versenkte die Scheibe backhand nach einem «dipsy-doodle» zum Ausgleich. Dies schien Baar etwas zu beflügeln, der Gegner liess sich jedoch nicht davon beeindrucken und konnte nach weiteren 7 Minuten durch Roth die Führung wiederherstellen. Als dann in der 34. Minute Vonarburg die Scheibe nochmals hinter Kieliger im Tor versorgte und Baar keine nennenswerte Gegenaktion zeigen konnte, war die Stimmung zur 2. Pause erneut wenig euphorisch.

 

 

 

20 Minuten blieben den Baarern noch, um den 2 Tore Rückstand wiedergutzumachen. Korrektur: 19:23 Minuten blieben den Baarern noch, um den 3 Tore Rückstand wiedergutzumachen; Vonarburg erhöhte in der 41. Minute auf 4:1.

 

Nun hiess es jedes Yota an Charakter zu zeigen und mit gutem Beispiel ging das Baarer workhorse M. Biedermann voran: er verwertete im Powerplay auf Zuspiel von Kälin elegant zum 2:4. Man spürte den Ruck, welcher durch das Baarer Team ging und die Schlussphase lancierte. Leider verwechselte die Baarer Defensive beim Auslösen die Trikotfarben und so war man etwas mitverantwortlich am 5:2 durch Glauser in der 49. Minute. Doch es sollte nicht entscheidend sein am heutigen Nachmittag: Baar zeigte mitunter die besten 10 Minuten Eishockey der gesamten Saison. Besenstiel-Iten, welchem bis anhin das Glück etwas fehlte, setzte zum Rundumfeger an und bezwang den Surseer Torhüter innerhalb 2 ½ Minuten gleich 2 mal via Pfosten im linken oberen Eck; Baar verkürzte auf 4:5. Der Baar-Express war nun nicht mehr zu bremsen und Voneschen nahm es selbst in die Hand, inder 58. Minute die Partie auszugleichen.

 

 

 

Mit klarem Momentum-Vorteil startete die 3vs3 Overtime, in welcher Baar weiterhin Druck auf das Pinguinen-Tor ausüben konnte und sogar einen Pfostenschuss verbuchen konnte. Doch ein Tor fällt rasch im Eishockey und so war es ein Bully-Verlust in der eigenen Zone mit anschliessendem Gerangel vor Torhüter Kieliger, welcher den Surseer Glücksschuss nicht mehr parieren konnte.

 

 

 

Sursee durfte also am Ende verdient jubeln, auch wenn (aus neutraler Sicht, Anm. d. Red.) die Baarer sich dies aufgrund der mit enorm viel Herzblut geschmückten Aufholjagd ebenfalls verdient hätten. Herzliche Gratulation an Sursee an dieser Stelle für einen fairen und spannenden Final.

 

 

 

Der Teamplayer-Award ging an Captain Loretz, welcher aufgrund der 5 Jahre im Amt ohne Titelgewinn nun nach Kanada ins Trainingslager abdelegiert wird. «I’m really proud of this team and next season we just have to get pucks deep and get pucks to the net and good things will happen» waren seine Worte im Postgame Interview – das Deutsch hat er wohl bereits verlernt.