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Kapanek’s Nachmittag oder Captain macht den Hurrlibus oder Spielbericht Halbfinal B, Sonntag 23.03.2025

 

Wir schreiben den 23. März, die Vögel zwitschern und es gibt bereits einige sonnige Frühlingstage in der Zentralschweiz. In der Hockey-Welt kann dies nur eins bedeuten: it’s playoff time! Nachdem der HC 88 Baar die letzten 2 Saison-Spiele klar für sich entscheiden konnte (10:0 vs. Black Stars und 15:0 vs. Herrischried) schien die Vorbereitung auf die Playoffs geglückt. Allerdings liess die Trainingspräsenz in den letzten Wochen aus diversen Gründen nach und der Gegner Black Stars Luzern fügte noch im November den Baarern eine äusserst deutliche Abtrocknung im «home-barn» im schönen Luzern zu.

 

 

 

Doch damals war Kapanek jr. nicht im Baarer Aufgebot, der am heutigen Tag mit nur etwas Salami im Bauch und einer speziellen Matchvorbereitung am Vorabend (die er im postgame-Interview nicht näher beschreiben wollte) einen wahrhaftig goldigen Tag einfuhr. Der wirblige Flügelstürmer brauchte lediglich 46 Sekunden, um den Hartgummi zum 1:0 im gegnerischen Tor unterzubringen. Öpfelschnitz-Coach Gisler liess ihn somit gleich für «no en churze» Isatz auf dem Eis und auf Pass von Iten konnte Kapanek quasi im selben Einsatz bei 1:25 auf 2:0 erhöhen. Das Spiel war lanciert, doch die Luzerner waren nun auch wach und fingen an, Torhüter Kieliger die eine oder andere Schweissperle auf die Stirn zu treiben. Einige Baarer entschieden sich dann, die Strafbank einmal von näher zu betrachten, im Boxplay konnte man aber erfolgreich abwehren. Ein Scheibengewinn führte sogar zu etwas Platz und Loretz konnte ungezwungen über rechts abschliessen und die Scheibe kullerte etwas glücklich am Black Stars Keeper zum 3:0 vorbei.

 

Etwas befreit dadurch, konnten die Baarer ihr Spiel aufziehen und Loretz konnte sogar auf 4:0 erhöhen.  Eine Minute vor der ersten Pause meldeten sich dann die Luzerner zurück und Wenger verkürzte auf 4:1.

 

 

 

Mit diesem Resultat gab es in der Pause wenig zu diskutieren, doch es waren ja erst 20 Minuten gespielt. Ins zweite Drittel starteten die Luzerner deutlich besser und zeigten nun, weshalb sie die regular season auf dem 3. Tabellenplatz beendet hatten: Wiederkehr und Blöchlinger trafen innerhalb von 3 Minuten zum 4:3, was die Baarer dann zwischenzeitlich etwas in Aufruhr brachte. Doch der zweite Block um Iten, Voneschen und Kapanek liessen erneut ihre Kaltschnäuzigkeit aufblitzen: Kapanek entwischte den zwei Luzerner Verteidiger (welche sich gleich gegenseitig mit einem open-ice hit aus dem Verkehr zogen) und erhöhte auf 5:3. Kurz darauf spazierte Gregi «Wüschme» Iten in den Slot und wischte die Scheibe backhand zum 6:3 in die Maschen.

 

Im kommenden Powerplay zeigte Baarer Urgestein Huwyler dann ein Herz für den Gegner: mit viel Pech endete sein Pass (als Auslösung im gedacht) beim Gegner im Baarer Slot und Kieliger konnte schlimmeres nicht mehr verhindern: 6:4. Doch Baar hatte an diesem Nachmittag die Superwaffe Kapanek, welcher nur eine Minute später mit seinem 4. Treffer zum 7:4 die Verhältnisse wieder zugunsten der Baarer herstellte. Dies gab Baar wieder etwas Luft und Captain Loretz versuchte es abermals über rechts, wo aber der Verteidiger Evangelatos ihn erwartete und ihm wohl zum line-change ermuntern wollte: mit Wucht wurde dem Baarer via Spielerbank zu einem ¾ Salto (oder zu Deutsch: Hurrlibus) verholfen, glücklicherweise ohne grösseren Schaden.

 

Das Resultat stimmte zum Zeitpunkt der 2. Pause, allerdings war die Partie spielerisch deutlich ausgeglichener. Beim einen oder anderen Zuschauer dürfte sich wohl ein etwas mulmiges Gefühl breitgemacht haben, da die Black Stars als hartnäckiges Team bekannt sind.

 

Und wieder waren es die schwarzen Sterne, welche besser ins Drittel starteten und durch Wenger zum 7:5 verkürzten. Doch dann steckte der Luzerner Costa zuviel Energie in sein linkes Bein, welches Bachmann gefährlich erwischte: Die Folge war eine 5minuten Disziplinarstrafe und folglich ein 5 minütiges Powerplay der Baarer. In diesem lancierte Powerplay-Point Vanini jeweils Kapanek und Bachmann zum 8:5 und 9:5. Besser als ein Hattrick sind 2 Hattricks dachte sich wohl Salami-Bueb Kapanek und machte das «Stängeli» mit seinem 6. Tor in der 48. Minute perfekt.

 

Der Rest sei rasch erklärt: Vanini, Biedermann, Weiss, Voneschen und Huwyler gaben sich nacheinander die Strafbankklinke in die Hand und Luzern konnte nochmals auf 10:7 verkürzen, doch für mehr reichte es nicht. Biedermann lancierte mit einem perfekten Saucer noch Loretz zum 11:7, die Sekunden tickten hinunter und Baar konnte den Sieg heimfahren.  

 

 

 

Am kommenden Sonntag heisst es somit Penguins Soorsi vs. HC 88 Baar: Baar verlor zuletzt im Viertelfinal 2022 gegen die Pinguinen – diese Saison gab es einen 4:2 Sieg sowie eine 4:5 Niederlage. Für Spannung sollte also gesorgt sein: 30. März 2025, Bossard Arena, 13:00 Uhr (Gisler bringt Öpfelschnitzli)